Statement: Botschaft verkauft

STATEMENT: BOTSCHAFT VERKAUFT [English below]
Liebe Freunde-, Unterstützer- und Mitdenker*innen unseres Projektes ‚Atelierhaus Australische Botschaft (Ost)‘,

Am Mittwoch, den 24.07. 2019 wurde das Gebäude in Pankow an den Humanistischen Verband Berlin/Brandenburg verkauft. Im August werden die letzten Künstler*innen die Ateliers räumen. Der neue Eigentümer beabsichtigt, in der ehemaligen Botschaft eine Kita und Schule in freier Trägerschaft einzurichten.

Bis zum Schluss bestand noch die Hoffnung, das Objekt mit der Unterstützung eines weiteren Geldgebers zu erwerben. 2/3 der insgesamt 8,5 Mio Euro konnte bereits in intensiver Arbeit mit Hilfe einer Stiftung und einer gemeinnützigen Bank bereitgestellt werden.

In der denkmalgeschützten, ehemaligen australischen Botschaft der DDR wurde von den Künstler*innen der gemeinnützige Verein ‚Atelierhaus Australische Botschaft (Ost)‘ gegründet und über zwei Jahre ein Konzept erarbeitet, wie das Haus für Kunst und Öffentlichkeit gesichert werden kann. Gleichzeitig wurden Finanzmodelle erstellt, um den immensen aufgerufenen Kaufpreis aufzubringen, mit dem Ziel ein Kunstzentrum mit Veranstaltungsraum, Ateliers, Werkstätten und öffentlichem Garten zu entwickeln.
An dieser Stelle möchten wir zuallererst allen Beteiligten unseren großen Dank aussprechen. Der Nachbarschaft in Pankow, den vielen Berliner- und internationalen Besucher*innen, den Kunst- und Kulturschaffenden und Kurator*innen. Allen die mit uns um die Sicherung des öffentlichen Kunst- und Kulturhauses hofften und bangten und regelmäßig unsere Veranstaltungen besuchten. Ebenfalls Dank an die Initiative Kiezrunde Niederschönhausen, die Stille Strasse e.V., die Helle Panke e.V., Musicboard Berlin, Australia Council for the Arts, den Kurt Lade Klub, die Mieterpartei Pankow und die Architekten der ‚baukanzlei‘.

Weiter bedanken wir uns sehr herzlich bei den Akteur*innen die uns unterstützt haben, vor allen Dingen bei Tina Balla und Alexandra Heyden von dem Fachbereich Kunst und Kultur Pankow, dem Pankower Bürgermeister Sören Benn für die Gründungsrede, Matthias Böttcher und dem BVV für Kultur und Weiterbildung Pankow, sowie auch Martin Schwegmann und den Mitarbeiter*innen des bbk-Berlin – und natürlich den vielen Gruppen und Einrichtungen, die uns beraten haben, uns ein Sprachrohr waren und uns ermöglicht haben, nicht die Kraft und Motivation zu verlieren: allen voran Christoph Langscheid von der Stiftung Edith Maryon, Manuel Ehlers von der Triodos Bank, dem Mietshäuser Syndikat und der Initiative Stadt Neu Denken; sowie bei den vielen Akteur*innen, die sich mit uns solidarisch zeigen und unter anderem unseren öffentlichen Brief im November 2018 an den Berliner Kultursenator, Herr Dr. Klaus Lederer, mit unterzeichneten.

Nicht zuletzt möchten wir uns bei den anderen bedrohten Atelierhäusern Berlins bedanken und bei den vielen aktiven Gruppen in der freien Kunstszene, u.a. Atelierhaus Prenzlauer Promenade, Kunstetagen Pankow, Atelierhaus Mengerzeile, Treptow Ateliers, Muskauer Straße 24, der Allianz bedrohter Berliner Atelierhäuser (AbBA), der Gruppe AKKU- AKtive KUnst, artspring Berlin und dem Netzwerk freier Projekträume und Initiativen.

Angesichts der großen Raumnot und Verdrängung in Berlin, die viele Menschen betrifft – nicht nur Kunst- und Kulturschaffende – bedarf es dringend ein Umdenken der aktuellen Verhältnisse. Raum darf nicht zu einem Produkt oder einem Investmentobjekt umgewandelt werden. Auch wenn bezahlbarer Wohnraum dringender denn je nötig ist, sind Kunst-, Kultur- und Freiräume Teil der lebendigen Stadtgesellschaft, die eine Stadt wie Berlin ausmacht. Dazu gehören auch bezahlbare Arbeits- und Produktionsräume. Ein Haus der Statistik reicht hier nicht aus!

Wie geht es weiter für die Künstler*innen der Botschaft? Es wäre sinnvoll, die Konzepte, die in dieser intensiven Phase der Zusammenarbeit entstanden sind, zumindest teilweise auf ein anderes Objekt in Berlin zu übertragen. Sachdienliche Hinweise hierzu und Informationen, die unsere Suche nach einem geeigneten Gebäude, Etagen, Räume unterstützen, sehr gerne an die E-Mail-Adresse unseres Vereins, australischebotschaft-ost@protonmail.com

Eine aktive Unterstützung seitens der Berliner Kulturverwaltung bei unserer akuten Suche nach einem geeigneten Atelierhaus und auch der vielen anderen atelierlosen Kunst- und Kulturschaffenden in Berlin, wäre derzeit nicht nur wünschenswert sondern auch dringend nötig.

Die Stadt braucht Raum: für Kunst und Kultur. Dafür braucht es bezahlbare Ateliers für die Künstler*innen!

http://botschaftbleibt.org/

Emailadresse: australischebotschaft-ost@protonmail.com
Pressespiegel: https://tinyurl.com/yylgap6q

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STATEMENT: ‘BOTSCHAFT’ SOLD
Dear friends and supporters of our project ‚Atelierhaus Australische Botschaft (Ost)‘,

On Wednesday the 24th of July, 2019, ‘our’ building in Pankow was sold to the Berlin/Brandenburg Humanistischer Verband (Humanist Association). This month, the last artists will leave their studios. The new owner plans to transform the former embassy into a private kindergarten and school.

Even up until the very last moment, the hope persisted that the place might be secured with the support of a further sponsor. Two thirds of the buying price, at 8.5 million Euro, had already been secured through intensive work with a non-profit foundation and a sustainable bank.

In the heritage-listed former australian embassy to the GDR, the artists working onsite formed the non-profit association ‘Atelierhaus Australische Botschaft (Ost)’ and worked, over a period of two years, on a concept that might secure the building for artists and the general public in the future. At the same time, a financial model was compiled in order to fund the colossal buying price, with the aim of establishing an art centre with space for events and exhibitions, studios, workshops and a public garden.

Here, we would like above all to express our thanks to all involved in the project: To the neighbourhood in Pankow, and the many Berliners and international visitors, the artists and cultural producers, and curators. To all who hoped and worked with us to secure a public place for art and culture, and who regularly came to our events. Likewise, many thanks to the Initiative Kiezrunde Niederschönhausen, Stille Strasse e.V., Helle Panke e.V., Musicboard Berlin, Australia Council for the Arts, Kurt Lade Klub, Mieterpartei Pankow and the ‘baukanzlei’ architects.

In addition, we would like to thank several individuals who supported us: above all Tina Balla and Alexandra Heyden from Pankow’s Department of Art and Culture; Pankow’s major, Sören Benn; Matthias Böttcher and Administrative Committee for Culture and Further Education Pankow; and Martin Schwegmann and the colleagues of the bbk-Berlin – as well as the many groups and organisations who advised us, listened to us, and made it possible for us to carry on working: above all Christoph Langscheid from the Edith Maryon Foundation, Manuel Ehlers from Triodos Bank, the Mietshäuser Syndikat and Initiative Stadt Neu Denken; as well as the many people who showed solidarity with us, including by signing our public letter in November 2018 to the Berlin Cultural Senator, Dr. Klaus Lederer.

Not least, we would like to mention the other studio houses at risk in Berlin and thank the many active groups in the independent art scene, including Atelierhaus Prenzlauer Promenade, Kunstetagen Pankow, Atelierhaus Mengerzeile, Treptow Ateliers, Muskauer Straße 24, the Allianz bedrohter Berliner Atelierhäuser (AbBA), the group AKKU- AKtive KUnst, artspring Berlin and the Netzwerk freier Projekträume und Initiativen.

In light of the intensified lack of space and increasing displacement and evictions in Berlin, which affect many – not only artists and cultural workers – a rethinking of the status quo is urgently necessary. Space should not be transformed into a product or an object of investment. Even when affordable living space is more urgent than ever, spaces for art and culture are part of the lively urban society that defines a city like Berlin. For this, affordable spaces for working and producing are essential. Haus der Statistik does not go far enough!

What next for the artists of the ‘Botschaft’? It would be expedient to transfer the working concepts developed in this intense phase of work, even if in part, to another place in Berlin. Relevant advice and information that might support us in our search for a suitable building or spaces, is welcomed: australischebotschaft-ost@protonmail.com

The active support of the Berlin Cultural Administration in our urgent search for a suitable studio complex, and for the many other artists and cultural workers in Berlin in need of a studio, is, at this point in time, not only called-for, but urgently necessary.

The city needs space for art and culture, and affordable studios for artists!

http://botschaftbleibt.org/

Email: australischebotschaft-ost@protonmail.com
Selected press: https://tinyurl.com/yylgap6q

 

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